Susanne

Es war etwa im Jahre 1993 als mich meine Freundin Heike (die ganz große) zu einem Konzert mit lateinamerikanischer Musik mitgenommen hat. Was ich dort erlebte hat mich furchtbar geärgert: die Menschen tanzten etwas, was ich weder kannte noch konnte.

Das konnte nicht angehen, nachdem ich praktisch schon tanze seitdem ich auf der Welt war (12 Jahre klassisches Ballet, Boogie Woogie, Jazz Dance, Afro und bayerische Volkstänze – ja, letzteres ist durchaus anspruchsvoll, oder kann jeder erklären, was eigentlich ein “Zwifacher” ist?).

Das was ich sah, wurde Salsa, Bachata und Merengue genannt. Was der Unterschied zwischen den einzelnen Tänzen ist, war mir erst mal nicht ersichtlich. Damals gab es in Augsburg keine Kurse, also begann ich mein “Studium der karibischen Tänze” auf der Tanzfläche: alles was nicht auf drei verschwunden war, mußte mit mir tanzen (fragt Vladi oder Raffiou). Die Szene war damals geprägt von Latinos und Afrikanern. Da es keine Kurse gab, gab es auch keine Rivalitäten. Es war einfach multikultureller Spaß und Leidenschaft ohne dass irgendwer auf irgeneine Stilrichtung geachtet hätte.

Obwohl ich mich im Laufe der Jahre “technisch” in eine Richtung entwickelt habe und seit 1997 unterrichte, so ist mein größtes Anliegen diesen Spaß und diese Leidenschaft wieder aufleben zu lassen, den wir damals hatten. Aufgrund meiner Ausbildung bin ich allerdings der Meinung, dass Tanzen vor allem dann Spaß macht, wenn man fundierte Kenntnisse hat und diese dann anwenden kann.

Meine “Salsa-Entwicklung” ging in Richtung LA-Style. Mein Herz schlägt allerdings nach wie vor auch für gute kubanische Salsa, vorallem, wenn sie auf die 3 getanzt wird, und für ursprüngliche Geschichten wie Son und Afrokubanische Musik. Schön finde ich es, wenn man den Tanzstil der Musik anpassen kann!